Kaffeeproduzent: Brasilien

Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Projekt Bob-O-Link per sofort beendet!

Im Vorfeld des Besuchs von Quijote Kaffee Ende August hat sich schon abgezeichnet, dass das Projekt im Vergleich zu den letzten 3 Jahren einen Kurswechsel vollzogen hat, der nicht mit unseren Werten übereinstimmt.

So haben sie die Absicht langfristig mit ihren Nachbarn gemeinschaftlich zusammenzuarbeiten aufgegeben und eine Art Wettbewerb unter den Nachbarn ausgerufen. Nur die qualitativ Besten in einem Jahr dürfen ihren Kaffee unter der Marke Bob-O-Link  verkaufen. Um sich im kommenden Jahr erneut dem Wettbewerb stellen zu müssen. Keine Spur mehr von demokratisch strukturierter Zusammenarbeit, bei dem den Farmer auch langfristig eine sichere Existenz zugesichert wird.

Weiter deklariert Bob-O-Link den biologischen Anbau mittlerweile gar als ökonomisch nicht tragbar – weswegen das für sie kein gangbarer Weg mehr ist. Die von ihnen erwünschte Qualität (im sehr, sehr hohen Bereich) ist noch stärker in den Vordergrund gerückt, der chemiefreie Anbau laut ihren eigenen Aussagen in Brasilien gar nicht möglich (entgegen früher anders lautenden Aussagen).

Unter dem Strich hat sich gezeigt, dass das Vertrauen, das zentrale Element unseres gewählten Weges DIRECT TRADE, in dieser Beziehung missbraucht wurde, dadurch, dass sich das Projekt sehr kurzfristig und ohne transparente Kommunikation für diesen Kurswechsle entschieden hat. Das sowie die beiden oben angesprochenen Veränderungen haben uns zur Entscheidung geführt das Projekt nicht weiter zu unterstützen und unseren brasilianischen Kaffee nicht mehr bei Bob-O-Link zu beziehen

Das Problem an der Sache ist, dass unser Brasilianer zur Neige geht, da ja jetzt die Ernte ansteht. Quijote Kaffee, unser Import-Partner ist bemüht einen möglichen Ersatz als Zwischenlösung aus dem Hut zu zaubern. Doch hier müssen wir allenfalls in den sauren Apfel beissen und evtl. einen Zwischenhändler beiziehen. Ab dem kommenden Frühling sollte ein Ersatz aus einem anderen Land, jedoch mit einem ähnlichen Tassenprofil, bereitstehen. Wir werden Euch diesbezüglich selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Diese Veränderungen betreffen 4 unserer Kaffees, den Single Origin BRAZIL sowie die Blends GENTLE, STRONG und ROUGH.

Um unserer Idee der Nachhaltigkeit in sozialen und ökologischen Aspekten treu zu bleiben haben wir keinen anderen Weg finden können.

Die ganze Geschichte um den Bruch mit Bob-O-Link in Brasilien könnt Ihr im Statement von Quijote Kaffee nachlesen.

 

Kooperative: Bob-O-Link, Brasilien

Bob-O-Link ist ein Projekt einer Gemeinschaft von benachbarten Familien in den Bergen hinter Sao Paulo. Die angestrebten Ziele der Gemeinschaft sind ein soziales Miteinander, Umweltschutz, Qualität und Wirtschaftlichkeit.

Die Idee des Projekts stammt von der Croce Familie (Vater Marcos, Mutter Silvia, Söhne Daniel & Felipe), die auf der Kaffeefarm Fazenda Ambiental Fortaleza (FAF) lebt. Mittlerweile haben sich weitere 17 Nachbarn ans Projekt angeschlossen. Dieser nachbarschaftliche Verbund arbeitet zusammen, um die Qualität des Kaffees zu steigern, die Natur zu bewahren und sich gegenseitig bezüglich Wissen, Material und Arbeitskraft zu unterstützen. Auf dem Gebiet der FAF leben 40 weitere Personen, welche Kaffee, Obst oder Gemüse anbauen und das Vieh der Farm versorgen.

Lange bevor die Familie Croce das familieneigene Grundstück 2002 übernahm, wurde darauf viel Kaffee angebaut, jedoch ganz im Sinne von Quantität vor Qualität. Es wurde viel Kaffee für wenig Geld an einen Zwischenhändler verkauft. Eine Kooperation unter den Farmern gab es nicht.

Mit der Übernahme durch die Familie Croce fing das Umdenken an. Durch viel Überzeugungsarbeit konnten die Nachbarn von der Idee von Qualität vor Quantität überzeugt werden. Heute wird noch ein Viertel der damaligen Fläche für den Kaffeeanbau verwendet, dies dafür sozial und ökologisch nachhaltig.

2004 startete das Projekt Bob-o-Link. Im Laufe der Jahre wurde die Aufbereitung der Kaffeebohnen nach der Ernte verbessert, erste eigene Setzlinge gezogen, Wald wieder aufgeforstet, Korridore für Tiere geschaffen und Flussläufe wieder hergestellt. Monokulturen wurden durch Mischkulturen ersetzt, bei denen der Kaffee im Schatten vom Dschungel oder von Mango, Avocado, Banane und Papaya wachsen kann. Auch jegliche chemische Hilfsmittel wurden verbannt.

Die ständige Weiterentwicklung wurde von Agronomen, Ingenieure, Forschern und Röstern begleitet.

Mehr zum Projekt

Bob-O-Link bei Haenowitz & Page

Wir beziehen den Bob-o-Link Blend 1. Dieser wird von Alcindo, Israel, Renato und deren Familien produziert. Der Bob-O-Link Blend 1 befindet sich in unseren Blends:

Blend No.1 Rough Ein sehr dunkel gerösteter Espresso mit 33% Robusta-Anteil, somit sehr starker Espresso.
Blend No.2 Strong Ein etwas heller gerösteter Espresso mit 20% Robusta-Anteil. Eignet sich hervorragend pur oder in Kombination mit Milch.
Blend No.3 Gentle Ein weicher Arabica-Blend mit Betonung auf schillernden Säuren.

Anbaugebiet & Höhe: Mogiana Mountain / 1250 m.ü.M.

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